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In 5 Schritten nachträglich den Permalink in WordPress ändern

Linkkette

Lange Zeit war meine bevorzugte Permalinkstruktur Datum + Beitragsname oder Kategorie + Beitragsname. Eine sprechende URL war ein MUSS. Als ich vor Kurzem bei einem meiner Blogs jedoch das Konzept überarbeitet und auch die Kategorien neu strukturiert habe, musste ich feststellen, dass sich dadurch sehr lange und unschöne URLs gebildet haben. Höchste Zeit mich wieder mit den Permalinks zu beschäftigen.

Der perfekte Permalink

Wie sieht der perfekte Permalink aus? Immer wieder wird diese Frage kontrovers diskutiert. WordPress bietet verschiedene Einstellungsmöglichkeiten an. Nicht nur Anfänger haben die Qual der Wahl. Welche Einstellung ist sinnvoll? Oder ist es egal, wie mein Permalink aussieht? Lohnt es sich den Permalink nachträglich zu ändern?

Grundsätzlich sollte die Wahl des Permalinks gut überlegt werden und gleich nach der Installation von WordPress eingestellt werden. Eine nachträgliche Änderung kann problematisch werden, wenn sie ohne weitere Maßnahmen durchgeführt wird. Eine Änderung kann sich negativ auf die Rankings der Suchmaschinen und die Besucherzahlen auswirken. Wenn interne und externe Links nicht mehr funktionieren, werden sie von Google aus dem Index entfernt. Ein Rankingabsturz ist vorprogrammiert und die Leser sind verärgert und bleiben aus. Klickt der potenzielle Leser eine nicht mehr vorhandene URL an, so landet er auf der 404-Fehlerseite. Das gleiche passiert mit externen Verweisen auf den Blog.

Falls du dich fragst, was ein Permalink ist und wie er eingestellt wird, empfehle ich dir vorher die Artikel Was ist ein Permalink?und Die wichtigsten Einstellungen in WordPress zu lesen.

Permalink und die Suchmaschinen

Warum ist der Permalink wichtig? Der Permalink ist, neben der Hauptaufgabe die Seite eindeutig zu identifizieren, aus SEO technischer Sicht interessant. Tatsache ist, dass die meisten Besucher eines Blogs über die Suchmaschinen kommen, vor allem über Google.

Die Algorithmen der Suchmaschinen haben sich verändert, sie sind schlauer geworden. Durch diese neuen Algorithmen sind auch Keywords in der URL nicht mehr notwendig. Google legt immer mehr Wert auf die Inhalte. Lange Permalinks bringen heute keine Vorteile mehr. Im Gegenteil. Sie können die Ladezeit verlängern und mehr Ressourcen an sich binden.

Das Nutzerverhalten hat sich ebenfalls verändert. Heute kommen immer mehr Besucher über mobile Geräte auf den Blog. Lange URLs werden kaum noch gelesen, da sie auf mobilen Geräten nicht vollständig angezeigt werden.

Google selbst empfiehlt die sprechende URL, die aus domain/postname besteht. Das beliebte SEO Plugin von Yoast orientiert sich bei den Einstellungen an Google.

Einstellungen Permalink Beitrag

Einstellungen Permalink domain/Beitrag

Beliebte Permalinkstrukturen sind auch Kategorie/Beitragsname und Datum/Beitragsname. Wobei das Datum im Permalink bei zeitlosen Artikeln heute eher stört. Eine Datumsangabe ist nur dann notwendig, wenn es sich wirklich um News handelt oder der Artikel bei Google News gelistet werden soll.

Permalinkstruktur – der neueste Trend

Die SEO-Experten sind sich nicht einig, wie der perfekte Permalink auszusehen hat. Die sprechenden URLs sind immer noch am beliebtesten, obwohl sie heute nicht mehr notwendig sind. Der Trend geht eindeutig zu immer kürzeren URLs. Google empfiehlt für den Beitragsnamen maximal 4 bis 5 Wörter und verwendet selbst zunehmend nur IDs und verzichtet auf die sprechenden URLs.

Diese kurzen URLs bestehen aus domain/ID, die am schnellsten geladen werden und die wenigsten Ressourcen binden.

Einstellungen Permalink domain/ID

Einstellungen Permalink domain/ID

Da Google sie selbst verwendet, ist anzunehmen, dass diese Variante zukünftig besser ranken wird, als andere. Eine Generierung von Kurzlinks, wie bei Twitter üblich, ist dadurch nicht mehr notwendig.

In 5 Schritten zum neuen Permalink

Eine Änderung ohne Ranking- und Besucherverluste ist möglich, wenn einige wichtige Regeln beachtet werden. Trotzdem sollte dieser Schritt gut überlegt werden.

  1. Backup
  2. Linkliste der Beiträge erstellen
  3. Permalink in den Einstellungen ändern
  4. Weiterleitungen ohne .htaccess Datei einrichten und testen
  5. Neue Sitemap erstellen und bei der Search Console einreichen

Backup

Auf jeden Fall ein aktuelles Backup erstellen. Es kann immer etwas schiefgehen und dann bist du auf der sicheren Seite.

Linkliste erstellen

Für die Weiterleitungen benötigst du eine Liste mit den alten Links der Beiträge. Ganz schnell ist das mit dem Plugin List Urls erledigt. Du erhältst eine csv-Datei, die du in excel oder einem anderen Kalkulationsprogramm (Open Office, Libre Office) bearbeiten kannst.

Permalink ändern

Als Nächstes änderst du den Permalink unter Einstellungen –> Permalink.

Einstellungen Permalink in WordPress

Die verschiedenen Einstellungen für den Permalink in WordPress

301-Weiterleitungen einrichten

Der nächste Schritt erfordert etwas Zeit, je nach dem, wie viele Beiträge dein Blog enthält. Die 301er Weiterleitungen sind wichtig, damit die Links wieder erreichbar sind. Die 301er Weiterleitung gibt an, dass der Link umgezogen ist. Sie arbeitet nach dem Prinzip alte URL –> neue URL.

Es gibt zwei Möglichkeiten Weiterleitungen einzurichten. Mit einem Plugin oder einem Eintrag in die .htaccess Datei. Einträge in die .htaccess solltest du nur dann vornehmen, wenn du dich gut auskennst. Bei einigen Hostern ist außerdem ein Eingriff in die .htaccess Datei nicht möglich.

Mit dem Plugin Redirection kommen auch Anfänger zurecht. Das SEO Redirection Plugin gibt es in der free und premium Version und versteht auch reguläre Ausdrücke. Jetzt benötigst du die Linkliste, um die Weiterleitungen einzurichten. Danach solltest du auf jeden Fall an einigen Beispielen testen, ob die Weiterleitungen funktionieren.

Als Fleißarbeit könntest du jetzt auch die internen Links ändern. Durch die Weiterleitung funktionieren sie, aber mit dem neuen Permalink laden die Seiten schneller. Eine Weiterleitung bedeutet immer Zeitverzögerung.

Neue Sitemap und Search Console

Um Google bei der Indexierung zu unterstützen, sollte eine neue Sitemap erstellt und eingereicht werden. Das SEO Plugin von Yoast aktualisiert die Sitemap automatisch, daher muss sie nicht noch einmal eingereicht werden. Eine Zeitlang solltest du in der Search Console die Crawling Fehler checken und entsprechend beheben.

Fazit

Lange Permalinks bringen heute keine Vorteile mehr, eher im Gegenteil. Lange URLs werden heute kaum mehr gelesen und können die Performance beeinträchtigen. Der Trend geht zu kurzen URLs. Eine Änderung der Permalinkstruktur kann die Ladezeiten des Blogs verbessern und kann sich positiv auf die Rankings auswirken. Führe die Änderung der Permalinks nicht planlos durch und halte dich an die Regeln, um Ranking- und Besucherverluste zu vermeiden.

 

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von

Kristina hat mehrere Blogs mit WordPress aufgebaut und viele Erfahrungen als Blogger gesammelt. In diesem Blog gibt sie Tipps für erfolgreiches Bloggen mit WordPress. Hat dir der Beitrag gefallen? Dann verpasse keinen Artikel und abonniere den Newsletter

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